KI im Vertrieb · 3 Min. Lesezeit
Kaltakquise: Die unbeliebteste Aufgabe im Vertrieb, und was KI daran ändert
- 47 Prozent der Verkäufer zählen Kaltakquise zu den schlimmsten Teilen ihrer Arbeit, zugleich fließen 18 Prozent der Woche in die Neukundensuche.
- 92 Prozent der Verkäufer, die mit KI-Agenten arbeiten, sagen: KI hilft genau hier. Spitzenteams setzen Akquise-Agenten 1,7-mal häufiger ein.
- KI ersetzt nicht das Gespräch, sondern die Fleißarbeit davor: Recherche, Priorisierung, Vorbereitung. Das Vertrauen gewinnt weiterhin der Mensch.
Kaum eine Aufgabe wird im Vertrieb so einhellig verwünscht wie der kalte Erstkontakt. Die neue State of Sales liefert dazu die Zahl: 47 Prozent der Befragten zählen Kaltakquise zu den schlimmsten Teilen ihres Berufs. Zugleich stecken Verkäufer 18 Prozent ihrer Woche in die Suche nach neuen Kontakten. Fast ein Fünftel der Arbeitszeit fließt also in eine Aufgabe, die viele innerlich ablehnen, und das merkt man den Ergebnissen an.

Warum Kaltakquise so zermürbt
Das Problem ist selten der Anruf selbst, sondern das Vorgehen: Listen abtelefonieren, ohne Anlass, ohne Bezug, mit winziger Trefferquote. Jede Absage bestätigt dem Verkäufer, dass er stört, und jede Stunde Vorbereitung für ein Gespräch, das nie stattfindet, fehlt beim Bestandskunden. So wird aus einer Kernaufgabe des Vertriebs eine Strafarbeit, die gern geschoben wird, bis die Pipeline leer ist.
Was KI tatsächlich abnimmt
Hier setzt die interessanteste Bewegung der Studie an: 92 Prozent der Verkäufer, die bereits mit KI-Agenten arbeiten, sagen, dass KI ihnen bei der Neukundensuche hilft, und Spitzenteams nutzen Akquise-Agenten 1,7-mal häufiger als der Durchschnitt. Gartner erwartet, dass bis 2027 rund 95 Prozent der Recherche-Arbeitsschritte von Verkäufern mit KI beginnen. Dieselbe Gartner-Befragung zeigt aber auch die Grenze: Ob ein Kauf vorankommt und ob Käufer ihrer Entscheidung vertrauen, schreiben diese deutlich häufiger dem Verkäufer zu als der KI. Die Maschine übernimmt Recherche, Priorisierung und den ersten Entwurf. Das Gespräch, in dem Vertrauen entsteht, bleibt Handarbeit.
Signale statt Listen
Der eigentliche Fortschritt liegt deshalb nicht im schnelleren Abarbeiten alter Listen, sondern im besseren Anlass. Ein neuer Vertriebsleiter beim Zielkunden, eine ausgeschriebene Stelle, ein Werkzeugwechsel, eine Expansion: Das sind Signale, dass ein Unternehmen gerade kaufbereit ist. Wer seine Ansprache an solchen Anlässen ausrichtet und KI die Vorarbeit machen lässt, führt keine kalten Gespräche mehr, sondern begründete. Welche Einsatzfelder sich dafür zuerst lohnen, zeigt die Seite KI im Vertrieb.
- Salesforce: State of Sales, 7. Ausgabe 2026 (47 Prozent nennen Kaltakquise einen der schlimmsten Teile des Berufs, 18 Prozent der Woche für Neukundensuche, 92 Prozent der Agenten-Anwender sehen Hilfe bei der Akquise, Spitzenteams 1,7-mal häufiger). Zum Bericht (PDF, englisch), abgerufen am 23.08.2026.
- Gartner: Pressemitteilung vom 20.05.2026 (bis 2027 beginnen 95 Prozent der Verkäufer-Recherchen mit KI; Käufer schreiben Fortschritt und Vertrauen deutlich häufiger dem Verkäufer zu als generativer KI; Befragung von 227 Vertriebsvorständen und 645 B2B-Einkäufern). Zur Pressemitteilung, abgerufen am 23.08.2026.
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