Marketing und Vertrieb verzahnen · 2 Min. Lesezeit
Nach dem Abschluss ist vor dem Auftrag: Kunden-Onboarding als Vertriebskanal
Mit der Unterschrift feiert der Vertrieb und verschwindet. Ab jetzt übernimmt die Auftragsabwicklung, und der Kunde, um den wochenlang geworben wurde, hört monatelang nichts mehr vom Verkäufer. Aus Kundensicht ist das ein seltsamer Beziehungsknick.
Dabei fällt in den ersten neunzig Tagen die Entscheidung, ob aus dem Abschluss eine Kundenbeziehung wird: Erwartungen treffen auf Realität, erste Erfolge entstehen oder bleiben aus, Zusatzbedarf wird sichtbar.
Vier Kontakte in neunzig Tagen
Mehr braucht es nicht. In der ersten Woche ein kurzer Anruf: Ist alles angekommen, stimmen die Ansprechpartner? Nach einem Monat die Frage nach dem ersten Ergebnis und nach Stolpersteinen. Nach zwei Monaten das Gespräch über Nutzung und Ausbau. Nach drei Monaten die Bilanz, verbunden mit der Referenzfrage im richtigen Moment des ersten Erfolgs.

Warum der Vertrieb das tut und nicht nur der Service
Der Service löst Probleme, der Verkäufer kennt das Versprechen aus dem Verkaufsprozess. Nur er hört im Satz „Dafür nutzen wir inzwischen etwas anderes“ die Ausbauchance. Zusatzgeschäft im Bestand hat die höchste Abschlussquote und die kürzesten Wege, es muss nur jemand zuhören.
Die Umsetzung ist unspektakulär: vier Serienaufgaben im CRM, angelegt bei Auftragseingang, mit zwei Leitfragen je Kontakt. Kein Projekt, keine Software, nur Disziplin.
Prüfen Sie Ihre letzten zehn Neukunden: Wie viele haben nach der Unterschrift planvoll vom Vertrieb gehört? Die Antwort zeigt, wie viel Bestandsumsatz gerade unbeachtet liegt.