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Vertrieb führen · 3 Min. Lesezeit

Vertriebsenablement im Energievertrieb: 6,7 Millionen Wechsel sind eine Ansage

· Daniel Richter

Stadion bei Dämmerung, im Vordergrund Lichtspuren einer Straße
Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundesnetzagentur meldet für 2025 rund 6,7 Millionen Haushalte, die ihren Stromanbieter gewechselt haben – nach 6,9 Millionen im Vorjahr und damit das zweithöchste Wechseljahr seit Beginn der Erhebung.
  • Nur noch rund 23 Prozent der Haushalte beziehen Strom in der Grundversorgung: Der träge Bestand schmilzt.
  • Wer Kunden halten und Lösungen wie Wärme, Photovoltaik oder Ladeinfrastruktur verkaufen will, braucht einen befähigten Vertrieb, keinen Tarifverwalter.

Lange lebte der Energievertrieb von einer bequemen Wahrheit: Der Kunde bleibt, weil er sich nicht kümmert. Diese Wahrheit ist abgelaufen. Nach den aktuellen Wechseldaten der Bundesnetzagentur vom März 2026 wechselten 2025 rund 6,7 Millionen Haushalte ihren Stromlieferanten und sparten dabei etwa 280 Millionen Euro; beim Gas waren es 2,1 Millionen Haushalte und rund 126 Millionen Euro. Das liegt leicht unter dem Vorjahr – 6,9 beziehungsweise 2,4 Millionen – und ist trotzdem das zweithöchste Wechseljahr seit Beginn der Erhebung. Hinzu kommen die Kunden, die im Bestand ihren Vertrag anpassen, ohne den Anbieter zu wechseln: über drei Millionen nach dem Monitoringbericht 2025. Der Anteil der Grundversorgung lag dort bei rund 23 Prozent.

Balkendiagramm: 6,7 Millionen Haushalte wechselten 2025 den Stromanbieter nach 6,9 Millionen 2024; beim Gas 2,1 Millionen nach 2,4 Millionen
Grafik: Haushalte mit Lieferantenwechsel bei Strom und Gas, 2024 und 2025, nach Daten der Bundesnetzagentur.

Was der Wechselmarkt vom Vertrieb verlangt

Ein Markt, in dem Millionen Kunden jährlich in Bewegung sind, bestraft zwei Dinge: Unsichtbarkeit und Austauschbarkeit. Der klassische Tarifvertrieb kann beides nicht heilen, denn über den Preis gewinnt am Ende immer der Billigste. Die Antwort der erfolgreichen Versorger liegt im Lösungsgeschäft: Wärmepumpe, Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur und Energiedienstleistungen für Gewerbekunden.

Dieses Geschäft stellt völlig andere Anforderungen als der Tarifverkauf. Es braucht Bedarfsanalyse statt Preisvergleich, mehrstufige Entscheidungen statt Unterschrift im Erstkontakt und Beratungskompetenz statt Tarifkenntnis. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob die Mannschaft aus der Grundversorgung kommend mithalten kann.

Enablement heißt hier: vom Verwalter zum Berater

Vertriebsenablement im Energieumfeld bedeutet, diesen Rollenwechsel systematisch zu bauen. Dazu gehören Gesprächsleitfäden je Lösungsprodukt, eine Einwandbibliothek für die typischen Bedenken, ein CRM, das mehrstufige Verkaufsprozesse abbildet, und Training am echten Fall statt Produktschulung im Frontalformat. Wie ich dabei vorgehe, zeigt das Einsatzfeld Energievertrieb; die Grundlagen erklärt der Bereich Sales Enablement.

Mein Rat an Vertriebsleiter in der Branche: Rechnen Sie die Wechselzahlen der Bundesnetzagentur auf Ihr eigenes Netzgebiet herunter. Die Zahl, die dabei herauskommt, ist Ihr jährliches Risiko und zugleich Ihr Marktpotenzial. Beides erreichen Sie nur mit einem Vertrieb, der beraten kann.

Quellen und weiterführende Links

  1. Bundesnetzagentur: Neue Daten zu Lieferantenwechseln, Mitteilung vom 11.03.2026 (2025: 6,7 Mio. Haushalte mit Stromwechsel und rund 280 Mio. Euro Ersparnis, 2,1 Mio. beim Gas und rund 126 Mio. Euro; Vorjahr 6,9 bzw. 2,4 Mio.; zweithöchstes Wechseljahr seit Beginn der Erhebung). Abgerufen am 25.08.2026.
  2. Bundesnetzagentur: Monitoringbericht 2025, Pressemitteilung vom 14.07.2025 (Grundversorgungsanteil rund 23 Prozent; über drei Millionen Vertragsanpassungen im Bestand). Abgerufen am 25.08.2026.

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